Versandkostenfrei bestellen ab einem Bestellwert von 99€.

Ein ganz besonderes Jahr 2020

Ein ganz besonderes Jahr 2020


7 Minuten zu Lesen

Zeit für einen Jahresrückblick 

Das Ende des Jahres nähert sich und somit ist es wieder so weit: Alle Medien, sämtliche Firmen und auch viele Familien schreiben Jahresrückblicke; sie erzählen, wie es ihren Kinder geht (sie werden so schnell groß), wie die Umsätze gewachsen sind und welches superwichtige Ereignis wir alle verpasst haben.

Ein ganz besonderes Jahr

Doch das Ende eines Kalenders ist eben ein hervorragender Zeitpunkt, um zu reflektieren. Und wir kommen nicht umhin, dabei zugegeben: Dieses Jahr war für uns ein ganz besonderes.

Rotwild Hirsch auf einer Hochebene vor Bergen.

 

Der Abend im April

Als Fabian und ich im April nach der Aufnahme unseres ‚System? Kritisch!‘-Podcasts gemeinsam in einem Skype-Call saßen, wussten wir schon, dass dieses Jahr wie kein anderes wird. Natürlich zeichnete sich die COVID-Krise am Horizont ab, auch wenn wir nicht ahnen konnten, was uns noch bevorsteht. Aber stärker noch als Corona beschäftigten uns unsere eigenen Ideen und Projekte. Mir stand das größte Projekt des Erwachsenwerdens bevor, denn meine Frau war hochschwanger mit unserem kleinen Wölfchen, der uns nun seit Juni auf Schritt und Tritt begleitet, und Fabian war dabei, zwei andere Projekte zu gründen.

Die Idee für Wildschytz

Alles in allem hatten wir also mehr als genug zu tun. Und doch hat uns an jenem Abend eine bestimmte Idee gekratzt. Wir wollten schon lange gemeinsam ein Online-Unternehmen gründen – aber bis dato hatten uns kein Produkt und keine Idee wirklich begeistert. Natürlich gab es dafür unzählige Möglichkeiten, aber für uns musste es eben genau passen. Wir wussten: Wenn wir gründen, dann nur mit einer Idee, die uns beide überzeugt.

Die Idee, die uns schließlich gefangengenommen hat, fing an mit einer einfachen Frage: Können wir Wildfleisch online verkaufen? Fabian war just dabei, seinen Jagdschein zu machen, konnte also die lebensmittelrechtlichen Fragen zügig beantworten. Ja, es müsste gehen, doch dabei gibt es Einschränkungen: Jäger dürfen nur in einem Umkreis von 100 km an Endverbraucher verkaufen; Wildverarbeiter könnten vielleicht einspringen. Uns war klar, es würde nicht ganz einfach werden, aber prinzipiell wäre es möglich.

Fragen über Fragen

Natürlich mussten noch hundert weitere Fragen beantwortet werden. Wo bekommt man überhaupt Wildfleisch in stabiler, hoher Qualität? Welche Anforderung gelten an die Räumlichkeiten, in denen wir das Fleisch in Pakete verpacken? Welche Unternehmensform und was für eine Finanzierung benötigen wir? All diese und unzählige weitere Punkte haben wir im Lauf der Wochen beantwortet. Wir haben gelernt, dass das Unternehmertum bedeutet, solche Fragen nicht nur zu klären, sondern sie aktiv zu suchen: Wie können wir Wildfleisch in ganz Deutschland ausliefern? Wie schaffen wir es, genaue Lieferzeiten anzubieten und regional jeweils den richtigen Paketdienstleister auszuwählen? Hier wird schon offensichtlich, dass sich mit der Zeit immer wieder neue unbeantwortete Fragen ergeben haben. Aber für unsere Kunden arbeiten wir weiter daran, diese Probleme zu lösen.  

Woher Wildfleisch beziehen?

Eine Frage, die uns lange beschäftigt hat, war die, woher wir unser Wild beziehen wollen. Intuitiv bestand der erste Gedanke darin, Jäger und Verbraucher zu vernetzen. Leider stellte uns dieser Ansatz bald vor schier unlösbare Probleme. Die Regeln für Jäger sind schließlich eindeutig: Im Umkreis von 100 km dürfen sie an Endverbraucher verkaufen, darüber hinaus nur an Wildhändler und Wildverarbeiter. Zunächst widerstrebte uns dieser Gedanke, denn bei den Wildzerlegern handelt es sich um kleinere Unternehmen die von vielen verschiedenen Jägern einkaufen und dieser Ansatz erschien uns zu anonym. Doch im letzten Jahr haben wir viel über Wild gelernt; darüber, wie man Qualität erkennt und was gutes Wildfleisch ausmacht. Von den Jagdverbänden haben wir erfahren, dass es neben gewissenhaften Jägern und Waidmännern leider auch eine große Anzahl schwarze Schafe gibt. Dass den Endverbrauchern von diesen schwarzen Schafen beispielsweise gerne Lamm aus Neuseeland als hiesiges Gulasch untergejubelt wird. Sogar Wildunfälle und Fundwild sollen so bisweilen auf dem Teller landen, obwohl das natürlich streng verboten ist. Natürlich handelt es sich bei den meisten Jägern um anständige und gewissenhafte Leute, die ihre Jagd ordentlich pflegen und den Kunden nur das Beste aus ihrem Revier anbieten. Aber gerade online, wenn es um tiefgekühltes Fleisch geht, lassen sich solche Praktiken kaum durchschauen, während sie gleichzeitig einen üblen Einfluss auf die Qualität haben. Zwar kennen wir selbst viele anständige Jäger, aber wenn wir deutschlandweit stabil hohe Qualität anbieten wollen, brauchten wir deutlich mehr Volumen, als einige einzelne Jäger zur Verfügung stellen könnten. Wir müssten mit dutzenden von Jägern zusammenarbeiten, von denen wir nicht immer wissen können, ob sie anständig arbeiten oder nicht. 

Wir sind für jeden unserer Kunden persönlich da

Mittlerweile vertrauen hunderte von Kunden darauf, dass wir ihnen regelmäßig hervorragendes Wildfleisch sicher an die Tür bringen. Der Traum von Wildschytz war und ist es, Wild zugängiger zu machen, sodass mehr Menschen dieses großartige Produkt genießen können. Mit unseren Partnern, verschiedenen Wildverarbeitern aus dem Allgäu, haben wir dieses Ziel erreicht – zumindest in den ersten Schritten. Nach wie vor arbeiten wir nach Kräften daran, großartiges Wildfleisch von zuverlässigen Partnern direkt an die Haustür unserer Kunden zu bringen, und wir sind gespannt, welche neuen Herausforderungen sich uns dabei 2021 stellen. Wir hoffen, dass es bei diesen Fragen mehr darum gehen wird, wie wir unseren Kunden noch bessere Angebote machen können, und weniger darum, wie wir uns durch die unzähligen Regeln einer globalen Pandemie navigieren können. Unser Wunsch ist es, unsere Kunden persönlich kennenzulernen, sie zu treffen, vielleicht bei einem Grillfest oder einer Community-Veranstaltung. 

CO2-Neutralität bei Wildschytz

Es gibt dabei unzählige Fragen, die wir lieber heute als morgen beantworten wollen. Wann schaffen wir es, unsere Lieferkette CO2-neutral zu bekommen? Denn nachhaltiges Fleisch soll natürlich auch auf einem nachhaltigen Weg zu den Verbrauchern gelangen. Dabei sind die ersten Schritte bereits getan: Lokal liefern wir unsere Pakete zu Fuß oder per Fahrrad aus und unsere Paketdienstleister bemühen sich um CO2-Neutralität. Wir sind gespannt, welche Möglichkeiten wir im neuen Jahr finden, um unseren CO2-Fußabdruck weiter zu reduzieren, während wir unseren Fußabdruck in der Welt verstärken. Denn wir sind überzeugt, dass Wildfleisch ein wunderbarer Bestandteil einer reichhaltigen, vielseitigen und doch nachhaltigen Ernährungsweise sein kann.

Wildfleisch als Lösung

Fleisch war in den letzten Jahren kein unumstrittenes Lebensmittel. Und das zu Recht: Die Umstände, unter denen im Bereich der Massentierhaltung Mensch und Tier ausgebeutet werden, damit wir jeden Tag Wurst auf den Tisch bekommen, sind unwürdig. Auf Fleisch ganz zu verzichten, ist jedoch sicher nicht der einzige Weg. Wie wir in unserem letzten Post gesehen haben, kann die Jagd ein ethisch vertretbarer Weg sein, Fleisch zu produzieren. Und mit Wildfleisch bieten wir nicht nur ein ethisches und nachhaltiges Produkt, sondern eben auch herausragenden Genuss. Natürlich ist ein Rehrücken kein Alltagsgericht, sondern Fleisch für einen ganz besonderen Moment. Aber sind wir dem Tier nicht diesen Respekt schuldig, es eben nicht auf ein Alltagsvergnügen zu reduzieren? 

Echter und ehrlicher Genuss, auch in Zukunft bei Wildschytz

Uns ist ein echter, ehrlicher Genuss allemal wichtiger als kleine Alltagsfreuden, die durch Massentierhaltung erkauft werden. An unserem Ziel, diesen Genuss mit anderen Menschen zu teilen, werden wir weiterhin arbeiten, auch im nächsten Jahr!

« Zurück zum Blog